die Küchenfenster-Geschichte

Veröffentlicht auf von frostwork

Es ist kaum zu glauben, wieviel Stress und Ärger man wegen einem Fenster haben kann. Aber - fangen wir von vorn an.

Als wir im Januar zum ersten Mal im Haus waren, um schon mal die Küche und das Bad auszumessen, sagt ich "wollen wir nicht in die Küche noch ein Fenster machen?" und Marco sagte "Och nöö, da müssen wir ja die Wand aufmachen und die ist doch gerade neu und vernünftig." "Hm" - meine Begeisterung hielt sich in Grenzen - aber schließlich gab es ja in der Küche schon 2 Fenster. Na gut, dann kommt eben über das Kochfeld ein Dunstabzug und gut ist.

Bei der Übernahme vom Haus gab es wieder eine Diskusion wegen dem Küchenfenster. Diesmal sagte Marco "ach eigentlich, da in der Ecke wäre ein Fenster gar nicht schlecht", "hmmmm ..." , und ich antwortete: "Meinst Du wirklich und die Wand?". Somit beschlossen wir, das wir kein Küchenfenster einbauen.

Da ja im ganzen Haus die Elektrik neu gemacht werden musste, wollten wir alles für die Elektriker vorbereiten. Es stellte sich heraus, das einige Kabel genau in einer Innenwand an der Küche entlang gingen. Somit mussten wir die Küche komplett abbauen und diese eine Wand frei legen. Die Wand sah ganz vernünftig aus - im Gegensatz zu den Wänden in der ersten Etage. Sie war gedämmt und der Gipskarton war auch ordentlich angeschraubt gewesen. Dann wollten wir den Kabelkanal für die Steckdosen in die Wand schneiden, wo zuvor noch die Küchenmöbel davor standen. Und siehe da ... - trotzdem, das es eine Außenwand war und der Verkaufer gesagt hat, die ist gedämmt - fanden wir KEINE Dämmung im ersten Stück der Wand.
Das machte uns stutzig und wir beschlossen auch diese Wand komplett zu öffnen und nachzuschauen. Was sollen wir sagen? Die Wand war nur zum Teil gedämmt. Es war zum Verrücktwerden. Die Innenwand bestand auch wieder aus einer Mischung von Gipskartonplatten und alten Spanplatten.  Und ... - wir sahen, das in der Wand ein großes Loch war, über welches nur von Außen die Bretter der Außenverkleidung angebracht waren. 20110526 2 KüchenwandmitalterVerkleidungZum Glück hatten wir auch diese Wand aufgemacht - wir hätten uns im Winter ja bei den Heizkosten ruiniert.

 

Und weil ja nun doch schon ein "Loch" vorhanden war, stand es nun fest - es gibt ein Fenster in die Küche.

 

Also machten wir uns auf den Weg und wollten ein Fenster kaufen.

 

Da wir vorgesehen haben, in der kompletten Küche Unterschränke einzubauen, brauchen wir ein Fenster, welches ganz normal nach innen auf geht und auch zu kippen geht.

 

Man sollte nun meinen, man geht in den "Baumarkt" und bestellt sich so ein Fenster oder sie haben gleich eines dort und man nimmt es sich mit. HAHA - weit gefehlt.

 

Ein "normales" PVC-Dreh-Kipp-Fenster gibt es hier nicht. In Norwegen gehen Fenster immer nach außen auf. Nur - sowas können wir nicht einbauen, dann bekomme ich das Fenster NIE wieder zu. So lang bin ich einfach nicht. Und Fenster, die man nicht auf machen kann - davon haben wir schon genügend im Haus.

 

Wir waren überall, in den Baumärkten, direkt beim Baustoffhandel - nichts. Dann haben wir 2 Händler ausgemacht, wo wir ein solches gewünschtes Fenster bestellen können --> Lieferzeit 4-6 Wochen. HAHA - in 5 Wochen haben wir 7 Personen zu Besuch, bis dahin MUSS die Küche fertig sein. ???, So ganz langsam machte sich die Panik breit. Was machen wir nun?
OK - dann kaufen wir eben jetzt erstmal irgendein Fenster in der gewünschten Größe und bauen es später um.

 

Im Laufe einer ganzen Woche war es nicht möglich ein annähernd passendes Fenster zu finden und zu kaufen. Am Samstag saßen wir da und ich hätte vor Wut heulen können - weil wir immernoch kein Fenster hatten. Aber - an diesem Wochenende wollten wir die Küchenwände soweit wieder schließen. Schließlich brauchen wir genaue Maße, um noch einige Küchenmöbel zu bestellen. Unser Nachbar lief uns über den Weg - selbst den haben wir gefragt, ob er nicht noch ein Fenster herumstehen hat. Bis jetzt konnte er uns mit fast allem aushelfen (Bohrhammer und andere Werkzeuge)

 

Unsere letzte Idee war nun - wir bauen aus dem ganz alten Haus, eines von den neuen Fenstern aus und bauen es in der Küche ein.  ...

 

Dann bemühten wir nochmal das Internet und fanden tatsächlich eine Anzeige, das jemand gaaanz normale deutsche Fenster verkauft. In der Größe, wie wir es brauchen, sogar 3-lagig und PVC-Aluminium-Fenster. Der Preis war auch nicht der Schlechteste. Das Problem -> es ist gaaaaaaaaaaanz schön weit weg von uns.
Trotzdem - riefen wir an. Der Verkäufer war ein Deutscher, der sich die Fenster für sein Haus mitgebracht hatte und nun aber das Haus verkauft hat. Somit waren die Fenster übrig. Wir haben dann abgesprochen, ob wir noch am gleichen Tag vorbeikommen können und haben uns auf den Weg gemacht. 15 Uhr sind wir hier bei uns los gefahren und 18:30 Uhr waren wir endlich bei ihm angekommen. Und weil der Weg so weit war und weil wir sowieso noch eine Balkontür brauchen und weil er auch eine solche passende Balkontür hatte - haben wir zum Fenster auch noch eine Balkontür gekauft. Viel Zeit zum Schwatzen blieb uns nicht. Denn - wir mussten uns beeilen und die Fähre erreichen. Schließlich und endlich sind wir in der Nacht halb  eins wieder bei uns zu Hause angekommen. Fix und fertig -  aber glücklich.

 

Sonntag früh ging es dann auf die "Baustelle" und das Fenster wurde gleich eingebaut!!!

 

20110529 1 EinbauKüchenfensteruDämmungersteLagemitFolie

Somit konnten wir unsern Plan fast erfüllen - die Küchenwände sind fast wieder vollständig geschlossen. Natürlich ist diesmal alles gedämmt.

 

20110529 2 Küchenwandfastfertig mit Fenster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... und, ich kann Euch sagen -> WIR HABEN EIN WUNDERSCHÖNES KÜCHENFENSTER - man kann es nach innen öffnen und man kann es ankippen und das Beste -> es ist keine Zwischenlösung - sondern es kann dort bleiben!!!

 

Sonntag abend - als wir wieder zu Hause waren, waren wir die glücklichsten Menschen !!!

 

Bis demnächst !

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