mal wieder wandern

Veröffentlicht auf von frostwork

So - auch wir hatten am Himmelfahrtstag frei und Marco am Freitag Urlaub. So ein verlängertes Wochenende ist prima - zumal wir auch noch am Montag Feiertag hatten. Nämlich den 17.Mai. Das ist der norwegische Nationalfeiertag und da wird hier in Norwegen richtig richtig gefeiert. Aber egal - das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen.

 

Da wir so "viele" Tage frei hatten - wollten wir uns mal wieder in der Umgebung etwas umschauen. So ca. 25 km von uns ist die Trollkirche und die wollten wir besuchen. "Trollkirche" - ist eine Höhle, in die man hineinklettern kann. Die wollten wir uns nun ansehen... Also packten wir unser Auto und nahmen, wie uns angeraten wurde, die Taschenlampe und Kopflampen mit. Gummistiefel oder ordentliche Wanderschuhe sollte man ebenfalls für diesen Ausflug vorsehen.

 

Also - alles fertig gepackt, Regenjacken und die guten "Bergziegenverfolgungsschuhe" an, etwas zum Trinken und los gings. Wir fuhren bis zum Parkplatz der "Trollkyrkja" und stellten das Auto ab.

01 ungefähr da ist die Trollkirche

 

Am Parkplatz war eine Wegbeschreibung (Entfernung bis zur Kirche/Höhle ca. 4 km) und dann marschierten wir los. Ungefähr da, wo der rote Kringel ist, da mußten wir hin - aber das wussten wir noch nicht so wirklich zu diesem Zeitpunkt. Wie man sieht - das Wetter war super - KEIN Regen, kaum Wind, für mich schon wieder fast zuviel Sonne ... ;o)

 

02 Teile des Wanderweges

Das erste Stück war super - relativ eben und wir mussten nur einmal durch den Bach laufen. 03 weiterer Teil des Wanderweges

Anschließend ging es über eine Brücke und etwas später begann dieser Nadelwald.

 

Da konnte man auch noch super laufen - aber es ging schon ganz gut bergauf.  Der Nadelwald wurde dann durch Laubwald abgelöst und von einem "Weg" war nichts mehr zu sehen. 04 Blick ins TrollkirkedalEs wurde jetzt noch steiler und die Bäume wurden auch immer niedriger und weniger und der Boden war sehr sumpfig.

 

Hier hat man einen guten Blick ins "Trollkirkedal". Da unten irgendwo steht unser Auto . Das Wetter war immernoch super und wir waren ca. eine Stunde unterwegs. Ich war schon fix und fertig und im Bach füllten wir zum ersten Mal unsere Trinkflasche wieder auf. 05 da müssen wir noch hin

Entgegengesetzt dem Blick ins Tal - schauten wir nach oben in Richtung Berg. Hier gab es ein Hinweisschild, dass wir ungefähr 2/3 der Strecke zur Höhle geschafft haben.

 

Na gut - dann schaffen wir auch den Rest!!! (dachte ich ganz todesmutig).

 

06 Marco im Schnee versunken

Ein paar von kleineren Schneefeldern hatten wir schon durchquert und als Marco hier im Schnee versunken ist, fand ich das noch lustig.

 

Das änderte sich allerding bald sehr sehr schnell.

 

Der Schnee war hier noch so hoch, das kein Weg oder eine Wegekennzeichnung zu sehen war. Außerdem war der Schnee durch die Wärme und die Sonne schon sehr matschig. 

 

Mehrfach versank ich so tief im Schnee, das ich allein nicht wieder heraus kam. Ich war wirklich komplett mit den Beinen im Schnee versunken. Marco musste mich ausgraben - sonst hätte ich dort bleiben müssen. Das war dann gar nicht mehr lustig und zum ersten Mal mochte ich tatsächlich keinen Schnee.

 

Nachdem ich mal wieder mit einem Bein komplett im Schnee versunken war und mich nicht selbst befreien konnte - wollten wir eigentlich umkehren.  In der Zwischenzeit versank ich bei jedem Schritt bis zu den Knieen und das machte die Sache wirklich fürchterlich anstrengend. Außerdem bekam ich ja schon "Panik", dass ich beim nächsten Schritt wieder komplett versinke.  - Na gut - über diesen einen Hügel gehen wir noch - und wenn wir dann nichts von der Höhle sehen, kämpfen wir uns wieder zurück.

Alle Schritte wurden mit Bedacht gewählt - unter dem Schnee, über den wir gehen mußten, hörten wir das Wasser rauschen - und dann standen wir auf dem Hügel und konnten gute 20 Meter vor uns den Eingang zur Höhle sehen. 07 Eingang in die Höhle

 

Diese letzten Meter waren wieder sehr abenteuerlich - da wir ja nicht sehen konnten, was wirklich unter dem Schnee ist und ganz klar - ich versank auch nochmals richtig ordentlich. 08 auf dem Weg ins Höhleninnere

 

 

Endlich an der Höhle anekommen, machten wir uns startklar, um ins Innere zu gehen. Wir eetzten die Kopflampe auf und nahmen die Taschenlampe und suchten eine Möglichkeit hineinzu kommen, ohne sofort im Wasser zu stehen. Die Steine waren glitschig und es wurde langsam immer dunkler. Keine Ahnung - wir kamen so ca.10 / 15 / 20 Meter in die Höhle hinein. Es war dunkel - bis auf unsere Lampen, es war sehr viel Wasser in der Höhle - nicht nur unten auf dem Boden, sondern auch von den Wänden und der Decke. Jedenfalls kamen wir dann nicht weiter - obwohl sich noch eine größere "Halle" in der Höhle befinden soll. Die haben wir aber nicht gefunden.

 

09 Blick von innen zum Ausgang

Bei unserem Kampf durch den vielen Schnee waren jedenfalls unsere Schuhe schon von Innen genauso nass, wie von Außen - so das wir teilweise auch in der Höhle einfach durch das Wasser gelaufen sind.

Etwas unheimlich war es dann doch - so ganz im Dunkeln. Also verließen wir  die Höhle wieder. (Durch das Blitzlicht der Kamera sieht man die Steine auf den Fotos viel besser, als dort vor Ort).

 

10 Blick vom Ein-Ausgang der Höhle da unten steht unser Au

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Direkt aus dem Höhlenein-/ausgang hatten wir jedoch einen Superblick !!!

 

Es gibt etwas oberhalb dieses Einganges in die Höhle einen zweiten Eingang. Das werden wir uns einmal anschauen, wenn KEIN Schnee mehr hier oben liegt!!!

 

Dann hieß es wieder - auf - durch den Schnee - Bergab - zum Auto. Wir gingen in unseren Spuren zurück - jetzt wußten wir ja, wo wir besonders aufpassen mußten, um nicht wieder zu versinken.

 

11 der Weg führt irgendwie am Wasser vorbei

 

Ich war dann doch ganz froh, als die großen Schneefelder aufhörten und der Wald langsam wieder anfing.

 

Hatte ich beim "Aufstieg" ordentlich darauf geachtet, möglichst wenig im Wasser zu laufen - so war mir das in der Zwischenzeit vollkommen egal. Meine Schuhe waren pitschnass und genauso meine Hose - aber auch so ein "Abstieg" hat es insich - mir war jedenfalls nicht kalt.

 

12 da oben waren wir gerade noch

Aber, ich war dann doch ganz dolle froh, als wir wieder unten waren und dann auch nach ungefähr 4 Stunden  unser Auto erreicht hatten. Da haben wir erstmal ordentlich gegessen und uns ein paar Minuten ausgeruht.

 

Ich hätte jedenfalls für diese Tour nicht meine Wanderschuhe gebraucht, sondern eine ordentliche Watthose  - oder wir hätten diese Tour später im Sommer machen müssen. 

 

13 Kaffeepause an der Atlantikstraße 

Dann haben wir die Rückreise angetreten und noch eine große Kaffeepause an der Atlantikstrasse gemacht. Hier ist es auch immer super und man kann die Landschaft genießen.

 

Alles in Allem war es ein super Tag - anstrengend, aber trotzdem schön. Und das Beste - wir sind gesund und munter wieder zu Hause angekommen!

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