...wenn Einer eine Reise tut ....

Veröffentlicht auf von frostwork

Hei - heute will ich über unsere "Reise"  nach Deutschland und die Heimfahrt nach Norwegen berichten - ich hatte es ja versprochen ;o)

Am 19.12.2009 starteten wir kurz nach 7 Uhr. 19:30 Uhr sollte die Fähre in Oslo ja nicht ohne uns los fahren. Tja - bis zum 17.12. war hier nichts vom Winter zu sehen - aber am 18.12. schneite es den ganzen Tag und die halbe Nacht. Dementsprechend schlecht war die Straße - bis zur Fähre bei Molde kamen wir nur im Schnecketempo voran. Die Straße war spiegelglatt und so verpaßten wir nicht nur die Fähre, die wir eigentlich nehmen wollten, sondern auch noch die darauffolgende Fähre. Dummerweise waren wir hier nur 2 Minuten zu spät - aber die Fähre war schon losgefahren. Mist, mist, mist, da wir auf diese Weise nun noch eine dreiviertel Stunde warten mußten, bis es weitergeht. Naja - und es war schon fast nicht mehr daran zu denken, daß wir unsere Fähre in Oslo schaffen - jedenfalls, wenn das so weiter ging.

ABER - wir hatten Glück. Die Straßen ab Åfarnes waren besser geräumt und etwa ab Åndalsnes waren sie sogar größtenteils trocken. Marco ist gut gefahren, so daß wir ohne weitere Probleme und Zwischenfälle 18 Uhr in Oslo an der Stena-Line-Fähre angekommen sind.

Die Überfahrt nach Frederikshavn war auch in Ordnung. Da kamen wir so gegen 7:30 Uhr am 20.12. an. Und jetzt standen uns ja noch gute 1000 km bis nach Gräfenhain bevor. Dänemark war auch gar nicht so wirklich schlimm. Der Wind hielt sich ausnahmsweise in Grenzen und es schien sogar die Sonne. Die Straßen waren in Ordnung und unser Navi meinte sogar, daß wir nachmittags ankommen würden.

Auch die ersten Kilometer in Deutschland waren gut. UND dann - schlug das Wetter um. Ab ca. 40 km vor Hannover ging der Schneefall los und hörte auch bis nach Gräfenhain nicht auf. Zum Glück war es Sonntag und es waren kaum LKW's unterwegs. Die Autobahn wurde immer glatter und der Schnee wurde auch immer mehr auf den Fahrbahnen und wir konnten nur noch maximal 60 km/h fahren. Dann - plötzlich - kurz vor Göttingen - kam keine warme Luft mehr aus unserer Autoheizung und die Temperaturanzeige stieg in schwindelerregende Höhen. Na toll - das wars - jetzt sind wir "fast" angekommen und auf den letzten Kilometern streikt das Auto.

Es war ja auch in der Zwischenzeit dunkel geworden, es schneite weiterhin wie verrückt und windig war es außerdem. Wir schafften es runter von der Autobahn und Marco schaute nach, was wohl kaputt sein könnte. Schnell stellten wir fest, daß Kühlflüssigkeit fehlte. Marco war vorbereitet und hatte welche eingepackt - die wurde aufgefüllt und .... schwups - war sie wieder aus dem Behälter weg. HM - aber - es kam wieder warm aus der Heizung und die Temperatur ging ein kleinwenig zurück. Also fuhren wir weiter. Unterwegs an einer Tankstelle kauften wir gleich 4 Kanister solcher Kühlerflüssigkeit und füllten wieder nach. So wollten wir die letzten Kilometer bis nach Gräfenhain schaffen.

PUHHHH !!!! - Zum Glück hat das Auto durchgehalten. So gegen 22 Uhr sind wir dann auch endlich in Gräfenhain angekommen. Meine Eltern haben uns schon erwartet und hatten Abendbrot vorbereitet mit ORDENTLICHER THÜRINGER WURST. Das war herrlich!!!

Die Weihnachtsfeiertage haben wir relativ gut verbracht - relativ? - naja - Marco war die ganze Zeit erkältet und dann hatte er auch noch Probleme mit dem Magen, so das er am 1. Weihnachtfeiertag flach lag.

Die Reparatur unseres Autos konnte er leider auch nicht selbst machen. Dazu war einfach Spezialwerkzeug nötig, so das unser Auto in die Werkstatt mußte. Dieser Scherz kostete uns mal so schnell nebenbei ca. 600 €. --> Na, das war doch ein tolles Weihnachten ;o)  .

Den Jahreswechsel haben wir gut überstanden und wollten uns am 02.01.2010 wieder auf den Weg nach Norwegen machen. Aber auch diesmal kam es anders. Marco ging es an dem Morgen so schlecht, dass er nicht wirklich aus dem Bett kam.

Also - haben wir die Fähre vom 02.01. auf den 03.01. umgebucht. Am nächsten Tag war alles wieder in Ordnung und wir machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg zur Fähre Richtung Kiel.

Was soll ich sagen - die Fahrt verlief PROBLEMLOS !!! Hurra, Hurra. Wir sind in Kiel angekommen,  mußten kurz warten und konnten dann auf die Fähre fahren. Auch diese Überfahrt war gut - also kein Sturm und solche Sachen.

In Göteburg angekommen (04.01. 9 Uhr) wurde jedes Fahrzeug vom Zoll angehalten. Na Klasse!!! Aber - großes Lob an Marco - er hat die gute Frau auf norwegisch totgequatscht und so durften wir weiterfahren. Wirklich angenehm war die Fahrt nicht - es war richtig viel Nebel. Nebel unterwegs 

Kurz vor der Grenze zu Norwegen besserte sich das Wetter und wir hatten sogar Sonnenschein.

An der Grenze haben wir kurz überlegt - die grüne oder die rote Spur - haben uns dann aber für die grüne Spur entschieden. ... und - was sollen wir sagen? ... - es wurden alle Autos angehalten. An der Zollstation stand eine Polizistin und ein Herr vom Zoll. Die gute Frau verlangte den Führerschein und war mächtig irritiert. Unser Auto hat ja ein norwegisches Nummernschild - Marco hat norwegisch mit ihr gesprochen - der Führerschein war/ ist --> deutsch. Das wurde dann schnell aufgeklärt und Marco mußte ins Röhrchen pusten. Sowas hatten wir auch noch nicht gesehen oder jemals davon gehört - Alkoholtest an der Grenze. Naja - das Gerät zeigte 0,0 Promille an und damit war die gute Frau zufrieden. Sie meinte dann, wir können weiterfahren. Das taten wir auch ganz ganz schnell. ;o)
Grenzübertritt
Leider hielt das gute Wetter nicht lange an. Dann hatten wir wieder Nebel - viel Nebel. Und - es wurde auch immer kälter, je weiter wir nach Norden kamen.

Ausnahmsweise hatte ich während unserer Weiterfahrt mal richtig viel zu tun. Ich mußte ständig die Heizungsregler bedienen. Unsere Frontscheibe begann immerwieder anzulaufen und dann von innen anzufrieren. ABER - wenn die Heizung auf die Scheibe steht - bekommt man ja kalte Füße. Und das - war bei den Temperaturen nicht wirklich angenehm. Also wurde reguliert - wenn die Scheibe frei war - gab es warme Füße und dann mußte wieder die Scheibe beheizt werden.Es fing dann auch wieder an zu schneien und wurde dunkel. Naja - viel Schnee im Dunklen - da nützen auch die Fernlichter nichts. Zum Glück war wenig Verkehr auf der Straße - trotzdem war es sehr sehr anstrengend.

Dann - in Åfernes ist uns die Fähre wieder vor der Nase weggefahren. Wir waren wieder nur ca. 1 Minute zu spät. So ein Mist!!!
warten an der FähreNaja - wieder ca. 45 Minuten warten. Die Straße von Molde nach Kristiansund war wieder der Hammer. Es war zwar etwas der Schnee beiseite geschoben, aber in der Fahrbahn waren viele viele Löcher und es war spiegelglatt.

Ja - und dann - war wieder der Freifjordtunnel gesperrt und wir konnten erst 15 Minuten später durchfahren. JETZT nur noch die 5 km bis nach Hause - wir wähnten uns am Ziel. Ha ha - weit gefehlt. Die kurze Straße hier hoch zum Haus war nochmal eine richtige Herausforderung. Marco hat 3 Anläufe genommen, um vorwärts den Weg hochzufahren - erfolglos. Dann fuhr er rückwärts hoch - und auch das ging nur stückchenweise. Da man ja rückwärts nicht soviel sieht, wie vorwärts - fuhr er auch immerwieder in die Schneehaufen links und rechts des Weges. TJA - nach ca. einer halben Stunde stand dann das Auto auf seinem Parkplatz und wir räumten die wichtigsten Sachen aus. In der Zwischenzeit war es 24 Uhr geworden und am nächsten Morgen mußte Marco wieder an die Arbeit.

Wir brauchten fast eine ganze Woche, um uns von der Heimfahrt zu erholen. Wahrscheinlich überlegen wir es uns, ob wir wieder im Winter nach Deutschland fahren.   ;o)





Kommentiere diesen Post